Unerfüllter Kinderwunsch: Eizellenspende als letzte Hoffnung

Unerfüllter Kinderwunsch: Eizellenspende als letzte Hoffnung

- in Medizin
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In Deutschland ist die Eizellenspende im Gegensatz zur Samenspende nicht erlaubt. Die Richter im Straßburger Europäischen Gerichtshof haben nun einem zuvor gefällten Urteil widersprochen und haben dieses Verbot als rechtens erklärt. Ein solches Verbot besteht auch in Österreich und in Italien, während es in anderen europäischen Ländern hingegen kein Verbot gibt. Viele Paare entscheiden sich daher als letzte Hoffnung für ihren unerfüllten Kinderwunsch für eine Reise in eines der Länder, wo eine Eizellenspende legal ist.

Künstliche Befruchtung im Ausland

Letzter Ausweg Eizellenspende

Eine Eizellenspende ist immer dann eine Alternative, wenn ein Paar kinderlos bleibt, weil die Eizellen der Frau unfruchtbar sind oder zum Beispiel durch eine Chemotherapie beschädigt wurden. In Deutschland ist diese Art, einem Paar zu einem Kind zu verhelfen unter anderem daher so stark in der Kritik, weil eine Eizellenspende theoretisch auch einer 70 jährigen Frau zu einer Schwangerschaft verhelfen kann, wie es in Indien bereits einmal vorgekommen ist. Wenn eine Frau jedoch schon in jungen Jahren frühzeitig in die Wechseljahre kommt oder durch eine Krankheit oder einen Defekt keine funktionsfähigen Eizellen hat, bleibt meist nur eine Adoption. Oder eben eine Eizellenspende im Ausland.

Bei diesem Verfahren wird eine gesunde Eizelle einer Spenderin mit dem Sperma des Partners befruchtet und der Frau eingesetzt, so dass sie das Kind austragen kann. Einer der Gründe für die Klage einer Österreicherin gegen das geltende Verbot war die Tatsache, dass Samenspenden erlaubt sind, Eizellenspenden aber nicht. Dies sei ungerecht und unlogisch. Die deutschen Gesetzgeber wiesen auch darauf hin, dass es für das Wohl des Kindes wichtig sei, eine Gewissheit darüber zu haben, wer die Mutter ist. Dies ist jedoch bei Adoptivkindern auch nicht der Fall. Die Diskussion um dieses Thema ist in Deutschland noch lange nicht zu Ende geführt.

Eizellenspenden in Tschechien als letzte Hoffnung

Während in Deutschland noch debattiert wird, ist die Eizellspende fast überall in Europa legal. In Tschechien und speziell in Prag gibt es verschiedene Kliniken, die sich auf die Einpflanzung von gespendeten Eizellen spezialisiert haben. Das Geschäft boomt, denn schätzungsweise drei- viertausend kinderlose Paare kommen jedes Jahr aus Deutschland hierher, um eine Eizellenspende zu empfangen, die in Deutschland nicht möglich ist. Es hat sich ein regelrechter Fertilisationstourismus entwickelt. Während man in Spanien etwa 8000 Euro für eine solche Behandlung bezahlen muss, ist diese in Tschechien etwas günstiger. Nach dem tschechischen Gesetz dürfen die Ärzte ihren Patientinnen auch zu einer Zwillingsschwangerschaft verhelfen. Die Wahl des Geschlechts des Babys ist jedoch in Tschechien per Gesetz verboten.

Foto: © the rock/Fotolia.de
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