Schlaganfall: Das ignorierte Alarmsignal des Körpers

Schlaganfall: Das ignorierte Alarmsignal des Körpers

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Schlaganfall© Mikhail Basov - Fotolia.com

In Deutschland erleiden jedes Jahr über eine Viertel Millionen Männer und Frauen einen gefürchteten Schlaganfall. Dabei trifft die plötzliche Durchblutungsstörung vorwiegend Menschen im fortgeschrittenen Alter von über 60 Jahren. In den letzten Jahrzehnten sind jedoch ebenfalls Statistiken angelegt worden, die einen Schlaganfall bei Fünfzigjährigen, Jugendlichen und sogar Kleinkindern erfasst haben. Auch wenn die Symptome nicht einfach zu erkennen sind, sollte auch bei einem Verdacht ein Notarzt zur Hilfe gerufen werden, da sich ein Schlaganfall selbst einen Monat nach dem Vorfall als tödlich erweisen kann. Nur wer rechtzeitig handelt, kann Spätfolgen minimieren und weiterhin aktiv am Leben teilnehmen. Die wichtigsten Fakten sind hier zusammengefasst.

 

Was genau ist ein Schlaganfall und wie erkennt man ihn?

Der Terminus Schlaganfall (Quelle: www.sueddeutsche.de) wird häufig synonym mit dem Begriff „Apoplex“ oder dem Begriff „Gehirnschlag“ verwendet. Sie alle haben gemeinsam, dass sie eine Störung der Durchblutung des Gehirns umschreiben. Ein Schlag hat weitreichende Auswirkungen auf das Zentralnervensystem (ZNS) und kann in den meisten Fällen lebensbedrohlich sein. Die Durchblutungsstörung trifft den Patienten meist wie aus heiterem Himmel und hat nur wenige Warnsignale. Starke Kopfschmerzen können mit einer allgemeinen Unsicherheit im Alltag ebenso einen Schlag ankündigen wie etwa die bekannte Sehstörung, meist nur an einem Auge. In der Frühphase kann der Patient möglicherweise bereits Arme oder sein Gesicht nicht spüren – oder hat große Probleme sich zu artikulieren.

Die häufigsten Ursachen und die Symptome auf einen Blick

Schlaganfall Alarmsignal des KörpersDas Gehirn ist im Vergleich zum menschlichen Körper klein, bedarf jedoch eine erhöhte Versorgung mit Sauerstoff und Blut. Ist diese Versorgung beeinträchtigt, genügen wenige Minuten für bleibende Schäden. Blutgerinnsel, ein schwaches Herz oder gefürchtete Blutpropfen im Körper können die Versorgung des Gehirns besonders plötzlich unterbrechen. Es ist dabei allgemein bekannt, dass ein Schlaganfall in der Mehrzahl die männliche Bevölkerung trifft. Frauen erleiden seltener und vor allem später einen Schlag, dafür aber oftmals mit einem tödlichen Ausgang.

Diese Altersgruppe erfasst Frauen zwischen ihrem 80. und 90. Lebensjahr. Was ihnen jedoch gemeinsam ist, ist die Kürze des Anfalls. Die warnenden Vorzeichen verschwinden meist im Verlauf eines Tages, die Durchblutungsstörung an sich dauert aber nur Minuten. Nicht einmal jeder sechste überlebt solch eine akute Notfallsituation. Leider werden über 15 Prozent aller Überlebenden zum plötzlichen Pflegefall. Je nach Schwere der Symptome ist jedoch auch an eine Rehabilitation möglich.

Die wichtigsten Symptome im Überblick:

  • Felder des Gesichtes reagieren nicht, hängende Winkel am Mund
  • Patient hat Bewusstseinsstörungen
  • Betroffene können keine Sätze bilden
  • psychische Beeinträchtigungen

Mögliche Folgen eines Schlaganfalls

Alle unmittelbaren und langfristigen Folgen eines Schlaganfalls sind komplex. Es hat sich erwiesen, dass ein Schlag nicht nur Auswirkungen auf die Beweglichkeit eines Menschen hat. Auch besonders sensible, geistige und psychische Spätfolgen müssen diagnostiziert werden. Zumal beide Gehirnhälften für unterschiedliche Funktionen zuständig sind, sind die Folgen nur schwer wieder vollständig zu beheben. Psychisch auffällig kann eine Teilnahmslosigkeit ebenso sein wie wiederkehrende Emotionsausbrüche. Auch die geistige Leistung wird meist eingeschränkt. Denkaufgaben, die Alltagsplanung oder Lernaufgaben lassen zahlreiche Patienten scheitern. In diesen Fällen ist ein Aufenthalt zu Hause nur noch in wenigen Fällen möglich und ein Umzug in ein Pflegeheim ist mitunter ein deutlicher Einschnitt auch für Familienmitglieder.

Maßnahmen der ersten Hilfe im Überblick

Wie schwer oder leicht sich auch die Vorzeichen und die Symptome entwickeln, es gilt vor allem schnell zu reagieren. Denn die Symptome verschwinden durch die Schädigung des Gehirns nicht. Besonders unvorbereitet sind die Spätfolgen meist noch schlimmer. Daher ist es wichtig, erste Hilfe Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Sofort einen Krankenwagen rufen, Verdacht genügt
  2. Dem Rettungsdienst die Vermutung mitteilen
  3. Den Betroffenen vorsichtig auf den Rücken legen
  4. Den Oberkörper mit einer Decke leicht erhöhen
  5. Bei Störungen des Bewusstseins die stabile Seitenlage wählen

Weiterführende Links:  – Tipps zur vorzeitigen Erkennung von Schlaganfällen lassen sich hier finden.

Fotos: © Sebastian Kaulitzki (mitte) – Fotolia.com

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