Ferien auf Immenhof

Ferien auf Immenhof

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Eine Branche, für die es sogar eine eigene Jobvermittlung von der Agentur für Arbeit gibt, ist der Reitsport. Ponyhöfe und Reiterferien haben immer Konjunktur, denn irgendwann kommen viele Mädchen in das Alter, in dem sie Pferdeposter in ihrem Zimmer aufhängen und sich ein Pony zum Geburtstag wünschen. Der Traum von den Ferien auf Immenhof wird wahr, wenn die Mädchen zum ersten Mal in die Reiterferien fahren dürfen. Viele kommen auch nicht nur einmal, sondern bleiben ihrem Reiseziel jahrelang treu. Andere tauschen die Liebe zum Pferd irgendwann gegen die Liebe zu einem Jungen. Trotzdem gehen den Ponyhöfen nie die Kunden aus.

Das Leben ist kein Ponyhof

Mit der Pferdeurlaubsbranche verbinden sich vor allem zwei Jobs: Die Pferdepflegerin und die Reitlehrerin mit Trainerschein oder die Pferdewirtin Reiten. Wenn hier die weibliche Form dieser Berufe genannt wird, dann nicht weil es keine Männer gibt, die das Reiten zum Beruf machten, aber die Ponyhöfe sind, bis auf ganz wenige Ausnahmen, fest in der Hand der Damen. So suchen auch vor allem Mädchen über die Jobbörse entweder Ausbildungsstellen zur Pferdewirtin, oder einen Job als Pferdepflegerin. Pferdeberufe sind meistens ursprünglich ein Traumberuf, weil man das Hobby mit der Arbeit verknüpfen möchte. Was jedoch so verlockend klingt, nämlich den ganzen Tag zu reiten und die Pferde zu versorgen, ist in Wirklichkeit ein Knochenjob, der kein Wochenende kennt und in der Regel schlecht bezahlt wird. Darum ist die Fluktuation der Mitarbeiter dieser Reiterferienhöfe oft hoch, denn die wenigsten Mädchen stellen sich die Arbeit so hart vor, wie sie ist und werfen nach drei Monaten das Handtuch.

Der Berufswunsch, der meist zunächst einmal formuliert wird mit „was mit Pferden“ ist eher eine Lebensaufgabe, als ein Job, denn auch einen geregelten Feierabend gibt es nicht und wenn im Sommer das Heu und das Stroh eingebracht werden muss, dann mag das für die Urlaubsgäste ein romantisches Erlebnis sein, aber für diejenigen, die es bis spät nachts machen, ist es ein Knochenjob. Doch während man im Sommer bei der Arbeit wenigstens nicht friert, kennt der Winter kein Erbarmen mit den Pferdepflegerinnen und lässt sie Eimer mit warmem Wasser gefüllt zu den Pferden schleppen, weil die Automatiktränken irgendwann einfrieren. Wer allerdings dann noch behauptet, seinen Traumjob auf dem Ferienreiterhof gefunden zu haben, der meint das dann wohl auch ernst.
Bild: lillysmum  / pixelio.de

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